Quickborner Tageblatt vom 12. April 2005
Tatkräftige Hilfe für Straßenkinder in Riga
Gemeinsame Aktion Quickborner und lettischer Schüler
Im vergangenen Jahr besuchten Quickborner Hauptschüler Riga. Nun sind lettische Gymnasiasten zu Gast in der Eulenstadt.
Von René Erdbrügger
Quickborn. Es ist ein ungewöhnliches Projekt, an dem auch Quickborner Schüler beteiligt sind. Unter dem Motto „Helfen statt Prügel" kümmern sich Jungen und Mädchen der Erich-Kästner-Schule und lettische Gymnasiasten im Zuge einer Gemeinschaftsaktion um Straßenkinder in Riga. Ziel ist der Bau einer Begegnungsstätte für obdachlose Jugendliche. Später sollen sich Sozialpädagogen der Hilfsbedürftigen annehmen.
Im vergangenen Jahr besuchten die Hauptschüler Riga, um sich von der Not ein Bild zu machen. Nun revanchieren sich die Jungen und Mädchen des Agenskalns Gymnasiums in Riga mit einem Gegenbesuch. In der Kindertagesstätte an der Kampstraße begrüßten gestern Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) und Rüdiger Lang, Präsident des Quickborner Rotary Clubs, die Reisenden, die am Sonnabend wieder in ihre Heimat zurückfliegen werden.
Die Rotarier unterstützen das ambitionierte Projekt. Sie sorgten dafür, dass der Kontakt zwischen den Schülern, die alle etwa um die 16 Jahre alt sind, zustande kam. Einerseits arbeiten die Rotarier eng mit der Quickborner Hauptschule zusammen. Andererseits haben sie in Riga eine Suppenküche in einer Sozialstation auf den Weg gebracht, die dort von der Schwesterorganisation der Johanniter Unfallhilfe, der Sveta Jana Palizipa, betrieben wird. Die Suppenküche ist in einem ehemaligen Militärkrankenhaus untergebracht, in dem es noch freie Räume gibt. Was lag also näher, als die Hilfsempfänger beider Projekte miteinander bekannt zu machen und auch noch eine Schule in Riga mit ins Boot zu holen.
„Alle Beteiligten sind sehr engagiert", lobte der Rotarier-Präsident. Die baulichen Pläne für die Begegnungsstätte haben die Schüler gemeinsam erstellt. Architekten aus den Reihen der Rotarier setzten die Ideen der Jugendlichen um.
Das Engagement der Schüler betonte auch Ingetraud Schröder, Leiterin der Erich-Kästner- Schule. „Die Jungen und Mädchen waren sehr berührt, wie viele Straßenkinder es in Riga gibt", berichtete sie gestern. Während des Aufenthalts in der lettischen Hauptstadt besuchten die Projektteilnehmer die Sozialstation und packten tatkräftig mit an. Ob beim Küchendienst oder beim Kleider sortieren, die Gäste aus Quickborn erlebten die Sorgen der bedürftigen Jugendlichen hautnah mit.
Das Projekt in Riga kostet 95.000 Euro. 75.000 Euro sind bereits zusammen gekommen. Wer die Rotarier unterstützen möchte, kann das in Form einer Spende auf das Konto:
Rotary Club Quickborn, Kreissparkasse Südholstein,
Kontonummer 15026297, Bankleitzahl 23 051030.
Das Stichwort lautet „Helfen statt Prügeln".
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